Veröffentlicht: März 2026 | Quelle: Minijob-Zentrale Quartalsbericht Q3 2025
Wenn du einen Minijob hast oder darüber nachdenkst, einen anzunehmen, bist du in guter Gesellschaft. Stand September 2025 arbeiten fast 7 Millionen Menschen in Deutschland in einem gewerblichen Minijob. Diese Zahl hat sich in 20 Jahren kaum verändert, und das sagt eigentlich alles: Der Minijob ist kein Randphänomen. Er ist ein fester und weitverbreiteter Teil des deutschen Arbeitsmarkts.
Die Minijob-Zentrale veröffentlicht quartalsweise Berichte mit genauen Daten dazu, wer Minijobs hat, was verdient wird und wie sich der Markt entwickelt. Hier ist, was der Quartalsbericht Q3 2025 für dich bedeutet.
Die meisten Minijobber verdienen weniger als möglich
Der durchschnittliche monatliche Verdienst im gewerblichen Bereich lag 2024 bei 387,38 Euro. Die aktuelle Minijob-Verdienstgrenze liegt bei 556 Euro. Diese Lücke ist beachtlich. Rund 59,7 Prozent der gewerblichen Minijobber verdienen zwischen 400 und 538 Euro monatlich, es ist also noch Luft nach oben.
Das lohnt sich zu wissen, bevor du das nächste Mal über deine Stunden oder deinen Verdienst sprichst. Viele Arbeitgeber schreiben Stellen noch mit alten Grenzen aus. Wenn dein Arbeitgeber den Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde zahlt, kannst du unter der neuen Grenze von 603 Euro im Jahr 2026 bis zu rund 43 Stunden im Monat arbeiten. Es zahlt sich aus, die aktuellen Regeln zu kennen.
Auch langfristig geht es aufwärts: 2014 verdiente ein gewerblicher Minijobber im Durchschnitt 288 Euro monatlich. 2024 waren es bereits 387 Euro, ein Anstieg von rund 34 Prozent in zehn Jahren.
Wer hat typischerweise einen Minijob?
Die Daten zeigen, wie vielfältig die Menschen sind, die einen Minijob haben, was zeigt, wie flexibel und zugänglich diese Beschäftigungsform ist.
Im gewerblichen Bereich sind 55,9 Prozent der Minijobber weiblich und 44,1 Prozent männlich. Die größte Altersgruppe ist die der 25- bis 64-Jährigen mit 63,8 Prozent. Am stärksten gewachsen ist die Gruppe der über 65-Jährigen, plus 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Minijob wird zunehmend als Möglichkeit genutzt, die Rente aufzubessern, aktiv zu bleiben und weiter zu verdienen, ohne den Druck einer Vollzeitstelle.
In Privathaushalten sieht es etwas anders aus: Hier sind 86,7 Prozent der Minijobber weiblich, und die meisten sind zwischen 25 und 64 Jahre alt. Haushaltsminijobbei Putz- oder Gartenhilfe oder Pflegeunterstützung wuchs im Jahresvergleich um 3,7 Prozent auf 255.894 Beschäftigte, der stärkste Anstieg in allen Bereichen des Berichts.
Wenn du neu bei dem Thema bist, findest du in unserem Artikel Was ist ein Minijob? alles Wichtige, von deinen Rechten als Arbeitnehmer bis hin zum Unterschied zwischen den beiden Minijob-Arten.
Wo gibt es die meisten Minijobs?
Die Branchen mit den meisten Minijobbern sind Handel und Kfz-Reparatur (1.137.691), das Gastgewerbe (932.382) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (780.168). Wenn du einen Job suchst, sind das die Bereiche, in denen du die meisten Minijob-Angebote findest.
Nach Bundesland hat Nordrhein-Westfalen die meisten gewerblichen Minijobber mit 1.533.378, gefolgt von Bayern (1.230.842) und Baden-Württemberg (1.042.171). Aktuelle Stellen in deiner Nähe findest du auf getminijob.de.
Etwas, das viele Minijobber übersehen: ihre Rente
Nur 20,5 Prozent der gewerblichen Minijobber zahlen in die Rentenversicherung ein. In Privathaushalten sind es sogar nur 11,5 Prozent. Eine Befreiung ist zwar erlaubt, bedeutet aber, dass diese Arbeitsjahre später eine Lücke in deinem Rentenkonto hinterlassen können.
Dein Arbeitgeber reicht jährlich eine Jahresmeldung ein, die direkt in dein Rentenkonto bei der Deutschen Rentenversicherung einfließt. Die meisten Minijobber prüfen das nie. Dabei kann ein einziger Fehler, eine falsche Versicherungsnummer oder ein falscher Verdienstbetrag, Jahre später stille Auswirkungen auf deine Rente haben. Es dauert nur wenige Minuten, die Angaben zu kontrollieren, und es lohnt sich.
Für Arbeitgeber: Der Markt ist stabil
Im September 2025 waren 1.829.908 Arbeitgeber bei der Minijob-Zentrale registriert. Die Gesamtzahl der Minijob-Stellen im gewerblichen Bereich lag bei 6.819.342, viele Beschäftigte haben also mehr als einen Minijob. Wenn du als Arbeitgeber Personal suchst, ist der Markt aktiv und gut gefüllt.
Einen Minijobber anzumelden ist einfacher als viele denken. In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du alles, was du brauchst, und in unserem Artikel zu den Arbeitgeberabgaben 2026 steht genau, was sich dieses Jahr geändert hat.
Fazit
Der Minijob-Markt ist gesund, stabil und wächst in einigen Bereichen. Die Durchschnittsverdienste steigen, und mit der neuen Grenze von 603 Euro im Jahr 2026 gibt es mehr Spielraum als je zuvor. Ob du deinen ersten Minijob suchst, Mitarbeitende beschäftigst oder einfach prüfen möchtest, ob deine Unterlagen stimmen: Die Voraussetzungen sind gut.
